Wird das Fliegen künftig deutlich teurer?

Die Protestbegegung Fridays for future bringt jeden Freitag Millionen Schüler in aller Welt auf die Straße. Die Wut über verfehlten Klimaschutz hat möglicherweise auch Folgen für die Flugbranche. Es steht zu befürchten, dass neue Steuern auf Flugreisen erhoben werden, die sich am Ende auch im Preis widerspiegeln könnten.

Der Preis eines Linienflugs im Detail

Der Flugpreis setzt sich aus einer ganzen Reihe verschiedener Faktoren zusammen. Zuerst einmal muss die Fluggesellschaft natürlich für all die Kosten aufkommen, die durch den Kauf der Flugzeuge, die Nutzung der Flughäfen, das Gehalt der Mitarbeiter und das Kerosin entstehen. Der Preis von Letzterem ist ständigen Schwankungen unterworfen. Aktuelle politische Spannungen, wie zum Beispiel die diplomatische Krise mit dem Iran, wirken sich auf den Ölpreis und damit letztlich auf das Kerosin aus. Hinzu kommen eine Reihe verschiedener Steuern, die direkt oder indirekt auf jeden Flug erhoben werden.

Warum die Preise steigen könnten

Die Linie der deutschen und europäischen Politik ist derzeit ganz klar: Weniger Flüge und mehr Bahnverbindungen sind die ausgegebenen Ziele. Wie genau sie erreicht werden sollen, darüber gehen die Meinungen freilich auseinander. Recht populär ist die Erhebung neuer Steuern, zum Beispiel ein CO2-Zuschlag. Dieser würde umso höher erhoben werden, je mehr Kohlenstoffdioxid bei einem Flug ausgestoßen wird. Von Marktliberalen kritisiert werden Vorstöße dieser Art vor allem aufgrund der Nachteile, die die Luftfahrtbranche dadurch gegenüber Wettbewerbern erleiden würde. Klarer Profiteur wäre nämlich die staatseigene Bahn.

Wer sich für höhere Preise einsetzt

Befürwortet werden höhere Flugpreis vor allem von Lobbygruppen, die sich für einen stärken Umweltschutz einsetzen. Auch politische Parteien haben deren Ideen vielerorts übernommen. In Deutschland möchten beispielsweise Bündnis 90/Die Grünen sowie die Union aus CDU und CSU die Bahn stärken und das Fliegen unattraktiver machen. Es gibt sicherlich Argumente für als auch gegen Inlandsflüge. Fraglich bleibt aber, ob der Staat als handelnder Akteur sich für deren Abschaffung einsetzen sollte. Viele Menschen können oder möchten aus unterschiedlichen Gründen die Bahn nutzen, sind gleichzeitig aber aus beruflichen Gründen zum Reisen, und das aus Zeitgründen häufig mit dem Flugzeug, verpflichtet. Ihnen jetzt ein schlechtes Gewissen zu machen, gebührt sich nicht.

Und was sagt die Luftfahrt-Industrie?

Diese ist natürlich nicht damit einverstanden, dass es sie trifft, nachdem sie viele Jahre gefördert wurde. Zudem haben Befragungen ergeben, dass gerade die Politiker, die heute für Umweltschutz werben, selbst am meisten mit dem Flugzeug unterwegs sind. Moderne Flugzeugmodelle sind überdies umweltfreundlicher als je zuvor. Der Kerosinverbrauch konnte sukzessive gesenkt werden.

Heutiger Preisvorteil des Fliegens

Innerhalb Deutschlands sind Flüge in etwa gleich teuer wie Bahnverbindungen. Deutlich günstiger ist das Flugzeug eigentlich nur auf der Mittel- oder Langstrecke. Dort ist es allerdings beinahe alternativlos. Nach Nordamerika oder Asien mit dem Zug zu fahren, ist nur mit großer Zeitverzögerung und Nutzung von Linienschiffen möglich.

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