Haben die klassischen TV-Sender noch eine Chance?

Als Anfang der 90er-Jahre die ersten privaten Fernsehsender an den Start gingen, war die Welt eine andere geworden. Millionen Deutsche gewannen ihre Informationen fortan nicht mehr nur aus dem Radio oder von ARD/ZDF, sie hatten eine Alternative bekommen. Die Sender RTL und Sat 1 wagten sich mit ihren Sendungen an alte Tabubrüche und waren damit außerordentlich erfolgreich. Heute haben sie selbst Konkurrenz bekommen.

In der Generation 60 plus noch immer nicht wegzudenken

Beim klassischen Fernsehen zeigen sich erhebliche Unterschiede zwischen den Generationen. Die unter 40-Jährigen schauen immer weniger die Programme der TV-Sender, während der tägliche TV-Konsum bei den Senioren noch immer zum guten Ton gehört. Bevorzugt werden bei diesem Publikum übrigens die öffentlich-rechtlichen Sender geschaut. Zu diesen gehören die Dritten Programme wie SWR, NDR, WDR oder BR, zudem die deutschlandweiten Sender ARD und ZDF. Mit dem Deutschlandfunk gibt es einen weiteren, staatlich geführten Sender, der sowohl ein Radioprogramm hat als auch Textinhalte und Videoformate anbietet. Er wurde einst dazu konzipiert, dem internationalen Publikum die deutsche Sichtweise zu erklären.

Die Marktanteile privater und staatlicher Sender

Über viele Jahre hinweg waren private Kanäle wie RTL, Sat 1 oder ProSieben auf Augenhöhe mit ZDF und ARD. Zuletzt ging der Trend nun aber wieder in die andere Richtung. Die Privaten verloren viele Zuschauer und kein einziger dieser Sender hat mehr zehn oder mehr Prozent Marktanteil. Lediglich in der werberelevanten Zielgruppe (zwischen vierzehn und 49 Lebensjahre) ist RTL mit rund zwölf Prozent noch auf Platz 1. Allerdings ging es auch hier von einstmaligen mehr als zwanzig Prozent nach unten.

Sinkt das Niveau?

Darüber lässt sich natürlich trefflich streiten. Fakt ist aber, dass Beobachter Sendern wie RTL 2 oder Sport 1 nur wenig Anspruch bescheinigen. In vielen skriptbasierten Doku-Soaps wird geflucht, beleidigt und gestritten, was das Zeug hält. Für die Jugend sind die Serien damit nicht unbedingt ein Vorbild. Erst recht, weil die Darsteller auf ihren Social Media-Accounts ein ähnliches Leben zeigen.

Die Jugend schaltet ab

Obwohl RTL zeitweise einen Marktanteil von etwa zwanzig Prozent erreichte und in der marktrelevanten Zielgruppe (vierzehn bis 49 Jahre) sogar noch beliebter war, steht der Sender heute vor großen Problemen. Viele der alten Top-Sendungen verlieren jedes Jahr Millionen Zuschauer, neue Programme haben es dagegen immer schwerer. Bestes Beispiel für diese Entwicklung: Die Sendung Ich bin ein Star – Holt mich hier raus. Einst der große Renner, während sich die Quoten nun der Marke von fünf Millionen nähern.

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